Gehaeuse

Kirchen sind seltsam.

Ein Mann bastelt an der großen Orgel, vereinzelt gerinnen Toene ins alte Massiv, Licht glitzert durch die Augen eines Marienbildes, kunstvolle Glaubensreproduktion, Ausdruck wovonauchimmer, irgendwie dunkel, das ist es, was an Gotteshaeusern immer seltsam ist, die Dunkelheit, als wuerden Menschen im Dunkel Sicherheit finden.

Die Leere ist erwartet, wo die Menschen geblieben sind, selbst wenn sie glauben, weiß ich nicht, wahrscheinlich weiß es auch der Mann nicht, der kurz hinter der Kanzel steht und etwas blaettert und wieder geht, erschienen wie verschwunden, ohne das ein Abdruck zurueckbliebe.

Ich denke, Kirchen sind so etwas wie Inseln, man kann hier meditieren, die Augen schließen und etwas atmen von irgendeiner Zeit, irgendeiner anderen Zeit, vieles liegt im Schatten und egal, wielange wohl geputzt wird, den Geruch kriegt keiner mehr raus.

Schritten hallen durch die Falten des Gemaeuers, ein Mann in einem dunklen Mantel, Prinz der Dunkelheit oder so, setzt sich in die vorletzte Reihe und ein leises Murmeln ist zu vernehmen.

Ich trete vor die Tuer, atme etwas, Duefte, die sich mischen, als schuettelte da jemand Gefaesse und Bilder, die vom Himmel schweben, gemeinsam mit einer Sonne, deren Glanz sich seiden ueber die Materien legt.

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