schallkoerper

Leuchtfasern 4.

May 5, 2007 · Leave a Comment

Der Raum, den sie erreichen, nachdem sie durch die partielle Dunkelheit eines Weges gegangen sind und Fran für den aufblitzenden Bruchteil eines Momentes spuerte, wie sehr ausgeliefert sie sei, dieser Raum, diese Zuflucht oder auch Bunker, er nannte ihn ein Versteck,

sein Versteck, auch vor den anderen, und er sieht nicht wie ein Vergewaltiger aus, denkt sie, wie sie ihn so ansieht und er einen Kaffee macht, wo der Zeiger sich Mitternacht naehert und sollte ich jetzt gehen ?

fragt sie laut, was ihr bewusst wird, als er sie ansieht, mit dem Kopf schuettelt, ich brauche niemanden zum vögeln, wenn Du sowas denkst, sagt er, aber sowas hat sie nicht gedacht, wieso eigentlich ?

was sich da ausbreitet ist so nicht in Worten dingfest zu machen, ein Vertrauen in diesem kleinen überschaubaren Zeit-Raum, ein Verschwindenmachen aller Furcht, die sein koennte

und der Kaffee ist stark genug, um Alice aus dem Winterschlaf zu wecken, ein jungenhaftes Laecheln spielt um seine Lippen, wie alt mag er sein,

und sie lehnt sich in diesem uralten bequemen Sessel zurueck, dessen psychedelisch gruenlicher Anstrich ihr bei hellem Tageslicht den Irrsinn bringen wuerde

und so gleitet die Nacht voran oder beginnt, wie man es sagen will

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Leuchtfasern 3.

April 23, 2007 · Leave a Comment

Der Koerper, der erhaben in die Flammen gleitet, die ihn verspeisen, ohne Blick, ohne Emotion, der Anzug, der schwarze Anzug, der im Schrank sorgsam aufgehaengt sich neben den anderen Anzuegen findet, eine Familie von schwarzen Anzuegen, eine Art Convention, all diese eingeschlossenen Stoffkoerper, die Zweithaut, welche nie angegossen passt.

Clarence waescht sich die Haende.

Durch ein kleines Fenster sieht er eine Frau, die sich in eine Ecke gekauert hat, vielleicht sucht man sie schon, was nicht zwingend sein muss, es gibt in der Trauer nur begrenzt eine Verbindung zwischen den Menschen, egal was man so behaupten mag, der Verlust ist nie ein gemeinsamer Verlust und die Trauer steht man immer nur alleine durch…

Glaubst Du das wirklich ? fragt Fio

Ja  der Blick ungerichtet, vielleicht nach innen

Ja, ich glaube, das wir alleine sind.

Wieviele heute noch ?

Ich zaehle nicht

Irgendwann hat sich der Saal geleert in dieser Nacht, irgendwann und Fran steht da, die Scheinwerfer haben aufgehoert, hektisch Licht zu verspritzen und die Klaenge sind nur noch ein Nachhallen im Kopf, eine Schaedeltraktur.

Wer bist Du ? kommt eine Stimme von der Buehne und trifft sie weich, so das sie nicht aufschrecken muss, was etwas Unwirkliches hat, wo sind die Ordner, keine zu sehen, seltsam, sie sieht sich um und sieht auf die Buehne, sie steht inmitten des Saals und scheint alleine mit diesem dunklen Mann, den der Schatten einhuellt, aber nur, bis er aus dem Schatten hervortritt, 

Bin ich schon solange hier ? fragt sie, laut, auch wenn es sich anfuehlt, als wuerden die Gedanken nicht Klang, wenigstens nicht jetzt, in diesem spezifischen Moment, wo sich die Unwirklichkeiten zu einem kleinen Tanz auf Plüsch oder Menschenhaut verabreden…

Ziemlich, Du hast den ganzen Abbau da gestanden

Wieso habt ihr mich nicht rausgeschmissen ?

Seine Haut macht Falten

Ich weiss nicht, sagt er, irgendwie paßt Du hierher.

Sie ist Alice, fuer diesen Moment oder auch diese Sequenz von Momenten, die mit Klebstoff gekittet nicht halten, der Gang, nur in fleckenhaftem Licht, ein sich vortasten, vielleicht eine Begierde, ihre, seine, Schweigen, so erinnert sie es wenigstens.

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Leuchtfasern (2)

April 6, 2007 · Leave a Comment

und die Koerper verteilen sich ueber den Boden, den kalten, steinernen Boden, dieser Friedhof von Klang und Geruch, die letzten Klaenge hallen noch nach, die Gitarenriffs, die alle Sinnsphaeren spaltend wie eine Axt durch die Reihen geflogen kommen, kamen, es ist vorrueber, Menschenmeuten gleiten durch die kleinen Ausgaenge ins Freie, es ist eine Julinacht, die noch nicht am Ende ist, Sereal spuert den Bruesten des unbekannten Maedchens nach, sie ist schmal, kaum Brueste, als waeren sie noch nicht fertiggemalt, sie ist sicher juenger, er fragt nicht, er fragt nie, unsinniges Wissen, das zu nichts nuetzt, sie wird bei ihm erwachen und verschwinden, vielleicht auch nicht, moeglich ist es immer, das das Verschwinden nicht endgueltig ist, man koennte sich auch wieder ueber den Weg laufen, sehen und nicht erkennen, selbst wenn man aneinander geschwitzt und gestoehnt hat, unglaubbaren Begehren, unnuetze Gefuehlsmasse, Clarence begraebt zwei kinder am fruehen Vormittag, im schwarzen Anzug, der wie ein Tunnel ohne Ausgang wirkt, da wo kein licht hinkommt

++

und man hat keine Ahnung, woher all diese Menschen kommen

-Hatte er so viele Freunde ?

Fran sitzt da, seine Auge streicheln ihr Knie, ihre Zehen, das Mal am Hals

-ich weiss nicht, ich kannte ihn nicht

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Leuchtfasern

April 6, 2007 · Leave a Comment

Etwas über ihm leuchtet, aber er hebt seinen Kopf nicht, vielleicht, weil er zu faul ist, vielleicht, weil er spuert, das, was es da zu sehen gaebe, ihm nicht gefiele, aber wieso auch immer es so ist, er hebt den Kopf nicht, einige Luftzuege schwirren vorrueber, die Bilder, die nurmehr schemenhaft aus den letzten Traeumen in das Untraumhafte tropfen lassen kaum mehr eine Geschichte, einen Zusammenhang, ein narratives Ganzes erahnen.

Diese Bilder, die entschwunden sind, ehe er sie wenigstens in Andeutungen haette fixieren koennen, verharren, in einer Ecke, deren Staub bisweilen in der Nase juckt, aber diese Ecke bleibt eine Ahnung, ein Gefuehl.

Die Hand reicht dort nicht hin.

Area zieht ihren gruenen Pullover ueber, selbst wenn Sereal sagt, sie saehe darin aus wie eine Stoffpuppe, diese Implikation der Leblosigkeit gefaellt A. vielleicht gar nicht mal so schlecht und auf dem Boden stapeln sich Buecher ueber Kant, Hegel, Levinas sie greift eines und liest : “Die Zeitigung ist das “Gegenteil” der Intentionalität aufgrund der Passivität ihrer Geduld; in ihr ist Subjekt, was im gegensatz zum thematisierenden Subjekt sthet: eine Subjektivitaet des Alterns, die von der Identifizierung des Ich mit sich selbst her nicht zu erwarten ist, Einer ohne Identitaet, aber einzig in der unabweisbaren Verpflichtung zur Vernatwortung.”

und wie Klang nicht und doch nachhallt, merkt sie, das sie laut gelesen hat, laut genug, das Fran ins Zimmer tritt, sie ansieht und wieder geht, die Sprachlosigkeit der Morgendstunden, das erste Sehen, das erste Erinnern, gestern haben sie sich gestritten, elicht, nicht laut, auch wenn Area zu hysterie neigt, zur uebertriebenen theatralik, selbst wenn ein derartiges Urteil nur zu faelllen wagt, wer nicht in ihrer Haut steckt, duenner, glasiger fasriger Haut, die leicht reisst, nachgibt, und sie sind einander aus dem Weg gegangen, Fran ist gut darin, es nicht eskalieren zu lassen.

Area moechte manchmal verschwinden, aber fran laesst das nicht zu.

Manchmal sucht man bei ihr nach Fluegeln.

und Fio tritt vor die Tuer, welche einen neuen Anstrich vertragen koennte, bekommt einen Schwung Kuechengeruch des Chinesen der anderen Strassenseite ab, eine andere Welt, und er gleitet, denn, wie gesagt, Morgendstunde, alles noch, trotz des ersten Kaffeefixes, verschwommen, unglaubhaft,

selbst wenn die Bibliothek schon voller Menschen ist, Alfred sitzt da, wie er immer dasitzt, die Kaffeetasse links auf dem Schreibtisch, die alte Lampe, einige Buecher, in diesem Klinikum der Buecher, wo man das geschriebene Wort noch solange es geht am Tropf leben laesst und Fio wandert die Reihen, ein dicker Mann drueckt sich um das Steuerrecht herum, ob er das geraten haette, was dieser Mann liest, sieht man es der Außenschicht an, was eindringen darf, was genehm ist, einzutreten

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Sie (1)

April 2, 2007 · Leave a Comment

Nachdem die Idioten die Welt geschwemmt hatten, glitt eine Hochgebirgspflanze mir unbekannter Art mit ihren Blicken ueber die Hochebene, welche von Wolken umgeben in leichtem Dunst verharrte, morgens, wenn noch alles schlief, noch niemand suchte die rettende Hoehe zu erklimmen, und da waren nicht wenige, die diesen Ausweg suchten, die Rettung vor der Armee jener Untoter die die Welt ueberzogen wie ein klebriger Anzug.

Sie liessen Sachen zurueck, Sachen, die sie nicht brauchten und deren Sinn, Gebrauchssinn der Hochgebirgspflanze gaenzlich unklar waren, auch wenn sie vermutete, das sie einen Sinn machten auf irgendeiner Seinsebene, die ihr fremd war und blieb, so wie letztlich niemand blieb, um ihr zu erklaeren, was es mit diesen Sachen auf sich hatte, denn ersteinmal bei ihr angekommen, einige kurze hektische Blick ins Rund werfend sprangen sie, sprangen, in die Tiefe, aus der sie so muehsam gekommen waren, was zu vermuten war, denn schliesslich aechtzten und stoehnten diese Kreaturen auf zwei Stelzen, so wie es die Pflanze nie koennte und so dem Schauspiel nur beiwohnte, als Zeuge gewissermassen, notweniger zeuge, auch wenn diese Zeuge schwieg, schwieg und schwieg und schwieg, einige schrien sie sogar an, ehe sie sprangen, aber auch das blieb dem Gepflaenz ein fremdes, befremdliches Verhalten.

Sie kommen und sie gehen.

Gehst Du raus ? fragt S, aber Mondo schuettelt wortlos den Kopf, um den seit ein paar Tagen ein Verband kreist.

Die Fenster, verschlossen und vernagelt, eine karge Gluehlampe, welche lustlos Licht spendet, kaltes ekelhaftes Licht, das macht, als waere die Haut schon schal und ein Tropfen Blut versucht, durch den Verband zu sickern, beharrlich, als waere der Koerper nichts, wo man bleiben moechte, nicht hier und nicht jetzt.

Das Messer, das ihm diese Wunde beigebracht hatte, ein Schlachtermesser, das in der Zeit danach noch den Weg in den Magen eines dicken Mannes fand, dieses Messer liegt jetzt neben einem Haufen Kleider im Keller eines verlassenen Hauses, die Menschen sind gegangen, nicht freiwillig, niemand geht freiwillig.

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Sand Aria

February 14, 2007 · Leave a Comment

Der Strand, der im Traum kein Ende findet in seinem hellen Braun so unwirklich, wie s Traeume sind, verharrt auch nach dem Erwachen, nach dem Hinaustreten in das lautende Außen, wenn der projetor surrt, vibriert, natuerlich ist alles Ton und jeder moechte erzaehlen, , aber der Sand harrt weiter seltsam unberuehrt aus, als ginge ihn das alles nicht an.

Sand findet seinen Weg.

Manchmal kann Tiefsinn auch anderes bedeuten.

Aria kuemmert sich nicht darum, als sie auf der Parkbank erwacht, neben ihr eine Flasche Champagner, keine nennenswerten Erinnerungsfetzen, die sie aus ihrer Datenmasse kratzen und verwerten koennte, aber sie findet ihren Weg, selbst wenn Menschen ihr bedeuten, eine Dusche koennte eine gute Idee sein, was wissen DIe denn schon, humpelt, stolpert sie in einen Hauseingang.



Ist
ihr Höschen zerissen ?

Nein, so alles okay, keine Uebergriffe der unsittlichen Art und Franny wird nicht durchs Telefon schreien, aber mahnend klingen, Was Sie (Aria) Sich Denn Dabei Wieder Gedacht Habe ? aber Denken ist hier gar nicht das zentrale Moment, mehr Spueren, Handeln und manchmal Heil davonkommen.

Bin ich das ? fragt sie sich, in Sicherheit, zuhause, ungeputzer Spiegel, voller Spuren, die einen nie auch nur irgendwohin bringen, Bin ich Das ? nochmal und sie zieht an ihrer Haut, was ja wie alles, vor allem das Altern, Falten machen soll, zieht, aber alles bleibt leibt dran, an, Ihr, Unwirklichkeit der eigensten Erscheinung, rad weil Erscheinung, wie eine Luege, kennen sie die Wolken oder die Hippies, die auch immer so unecht, so unwirklich aussahen, sehen, als waere das Reale nur eine Kategorie der Erfindung, der Kuenstlichkeit, des Baukastens.

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vielleicht…(2)

October 2, 2006 · Leave a Comment

Die Leere ist ohne Ort, der FInger zeigt ins Nirgendwo, vermutetermaßen Nirgendwo und ohne Erklaerung erscheinen Menschen, die Strasse glattgespuelt vom Regen, glaenzend und Koerper widergebend, Tropfen wie Projektile .

Was ist in dem Koffer ? fragt Aria, aber Schröder antwortet nicht, richtet den Blick zum Himmel, diese Wand von Sternen, als wuerden sie auf ihn niederstuerzen wollen und er geht weiter, sie sucht Schritt zu halten…

Das Kind der Leute im dritten Stock schreit schon die ganze Nacht, aber Koi stoert das nicht, nur Maria tigert durch die Wohnung, trinkt einen Tee, wirft das notebook an und schreibt einen Eintrag, etwas ueber die Haeutung von Vierbeinern, aber die Augen geschlossenhaltend spuert Koi den Toenen nach, die durch die Falten der Waende gerinnseln

Ich finde es beruhigend, sagt er am folgenden Morgen, Maria sieht dabei so dermaßen beschissen aus das er auch nicht mehr sagt, aber grinst und schweigend sein Muesli isst

Sie schreibt auf den leeren Zettel an der Pinn Kork Wand :

KEINE KINDER

MILCH

KLOPAPIER

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Gehaeuse

October 1, 2006 · Leave a Comment

Kirchen sind seltsam.

Ein Mann bastelt an der großen Orgel, vereinzelt gerinnen Toene ins alte Massiv, Licht glitzert durch die Augen eines Marienbildes, kunstvolle Glaubensreproduktion, Ausdruck wovonauchimmer, irgendwie dunkel, das ist es, was an Gotteshaeusern immer seltsam ist, die Dunkelheit, als wuerden Menschen im Dunkel Sicherheit finden.

Die Leere ist erwartet, wo die Menschen geblieben sind, selbst wenn sie glauben, weiß ich nicht, wahrscheinlich weiß es auch der Mann nicht, der kurz hinter der Kanzel steht und etwas blaettert und wieder geht, erschienen wie verschwunden, ohne das ein Abdruck zurueckbliebe.

Ich denke, Kirchen sind so etwas wie Inseln, man kann hier meditieren, die Augen schließen und etwas atmen von irgendeiner Zeit, irgendeiner anderen Zeit, vieles liegt im Schatten und egal, wielange wohl geputzt wird, den Geruch kriegt keiner mehr raus.

Schritten hallen durch die Falten des Gemaeuers, ein Mann in einem dunklen Mantel, Prinz der Dunkelheit oder so, setzt sich in die vorletzte Reihe und ein leises Murmeln ist zu vernehmen.

Ich trete vor die Tuer, atme etwas, Duefte, die sich mischen, als schuettelte da jemand Gefaesse und Bilder, die vom Himmel schweben, gemeinsam mit einer Sonne, deren Glanz sich seiden ueber die Materien legt.

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Vielleicht gibt es nichts zu erinnern

October 1, 2006 · Leave a Comment

Vielleicht gibt es nichts zu erinnern.

Vielleicht ist das Danach immer nur eine Vorstellung, eine Phantasie, ein falsches Bild.

Vielleicht.

Koerper schweben vorrueber, aber nur wenn man nicht richtig hinsieht, schweben sie vorrueber, kommen, gehen und die Augen, die bewegt in Statik verharrend, zusehen, nachsehen.

Das Gefuehl, in Mitte von etwas zu stehen.

Zuletzt war die Wohnung leer, sagt Fio an einem anderen Ort, als spielte das eine Rolle oder differierten die Orte wirklich

Und Franny sieht aus einem Fenster, das nur einen Ausschnitt dessen macht, was ist, unabhaengig von ihnen.

Geht man auf diesen Auschnitt zu, oeffnet man das Fenster, stuetzt man die Hand auf das broeckelnde Gelaender, alte Baustruktur, vielleicht sollte man ja auch Angst haben, sieht man hinaus, veraendert Blick, damit Standpunkt, faellt nicht, wenigstens, hat man noch alle Sinne beieinander, aber was heisst dann das schon wieder…hinab, nicht fallend und doch, der Blick, der nicht bricht, aber stoppt, endet, eine Roehre hinab, kleine Fenster gegenueber, eine Projektion, eine Spiegelung, Geraeusche, die wiederhallen, nicht jetzt, aber bisweilen und das Fenster wieder schliessen.

Keine Katzen.

Eine alte Zeitung.

Fahrraeder.

Schröder sitzt an einem Schreibtisch, dessen Farbe ihm nicht zu identifizieren ist und blickt er auf, sieht er in den ihn fixierenden Blick der Unkraetur, die jetzt seit zwei Tagen seinen Vorgesetzten gibt, offenbar kein Freund der liberalen Menschenfuehrung, ein Arschloch um es genau zu sagen und Schröder schiebt den Hefter, Ordner, eine Packung Kugelschreiber an ihren Platz, denn es will wie in jeder Architektur, das Inventar auch an seinen Platz gelangen, nicht Feng Shui, nicht hier, die Pragmatik der toten Koerperlichkeiten.

Also, wie bist Du da gelangt ?

Schröder kratzt sich an der Nase, die ihm auch jetzt im fortgeschrittenen Alter noch zu gross erscheint, sieht eine Spinne an der Lampe

Und

Es gibt einen Raum voller Schraenke, sagt er, nur Schraenke, die alle nummeriert sind, und diese Schraenke sind voller Ordner, aber natuerlich koennte man auch Leichen darin verstecken und villeicht ist eine Verschriftlichung in einem der Ordner ja auch nichts anderes als ein indirekter Nachruf, so liesse sich das sehen

Und Aria nickt

Aber die Verschwoerung laesst keine riechenden Koerper zurueck, das ist schon mal klar

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Gebet

September 25, 2006 · Leave a Comment

Betest Du ?

fragt der Engel in blauer Farbe, der auf der Fensterbank aushaart seit dem fruehen Morgen, dem ersten Licht, dem ersten Bellen und Kraehen, auch wenne s solches hier natuerlich nicht gibt, wo das Urbane das Laendliche, das Unheimliche das Heimliche beiseitegeschoben hat und bei all dem Licht die Augen gewoehnen, kuenstliches Licht wie kuenstliche Prothesen

der Projektor laeuft noch und spuckt Bilder

und zwei Menschen sitzen durch Reihen voneinander getrennt und starren, es knistert kein Popcorn,

aber der Engel harrt aus

das Glitzern der Fluegel

Miara

die sich ausstreckt

Blicke die haften bleiben

Atem

der stehenbleibt.

Was bleibt ?

Ich habe getraeumt, sagt Fio und reibt sich die Augen, waehrend durch das kleine Fenster in der Kuechenecke Licht eindringt wie Ameisen und jemand, eine Jemand, eine Jemand in einem zu grossen Hemd aus weissem Stoff, zwei Muellsaecke in den Container im Hof expodiert, was die Synapsen leicht blitzen macht, Explosionen auf der Elektrodenbank

Ich erinnere mich nie an meine Traeume

und Fio dreht sich um um

Ich wusste nicht, das Du hier bist

aber sie nickt, das offensichtliche unterstreichend, ein leichter Rotglanz in ihren Haaren

Ja

gefaerbt

Wieso ?

aber auf solch etwas gibt es keine Antworten

Ist der Engel wiedergekommen ?

wird sie ihn am Tag darauf fragen

aber er weiss es nicht

oder auch doch

aber mehr in der Magengegend

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